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Festival Kombinat fordert Perspektive für kleine und mittelgroße Festivals

Festival Kombinat fordert Perspektive für kleine und mittelgroße Festivals

Kleine und mittelgroße Festivalveranstalterinnen und -veranstalter fordern in der Pandemie mehr Planungssicherheit, klare Rahmenbedingungen und Unterstützung von Seiten der Regierung. Nur so könne die diverse Festival- und Open Air-Landschaft noch gerettet werden.

Während andere europäische Länder bereits Öffnungsstrategien, Pilotprojekte und Ausfallfonds ins Leben gerufen und aufgestellt haben, warten Veranstaltende in Deutschland seit Monaten auf mehr Klarheit – so die Bestandsaufnahme des AK Festival Kombinat des Spielstättenverbandes LiveKomm. 

Die Zeit drängt

Trotz vieler Gespräche auf Landes- und Bundesebene komme die von kleinen und mittelgroßen Festivals dringend benötigte Unterstützung nur zögerlich und Hilfsprojekte und Konzepte erst ganz langsam ins Rollen.

Die Zeit dränge jedoch, denn: die Festivalsaison steht kurz bevor. Während große Festivals erneut abgesagt bzw. verschoben wurden, würde dies mittelgroßen und kleinen Festivals finanziell den Boden unter den Füßen rauben.

Kaum zu überschätzen

Die deutsche Festivallandschaft besteht laut Festival Kombinat aus mehr als 1000 Festivals, von denen Festivals wie Southside oder Rock am Ring trotz ihrer Größe und Bekanntheit nur einen kleinen Teil ausmachen.

Der Rest – kleine und mittelgroße Open Airs und Festivals – generierten in Deutschland zusammen einen Gesamtumsatz von mehreren hundert Millionen Euro im Jahr. Neben der kulturellen und gesellschaftlichen Bedeutung tragen sie damit einen enormen Teil zur inländischen Wirtschaft bei.

Stetige Anpassung an Auflagen

Veranstaltende in Deutschland arbeiten laut der Stellungnahme des Festival Kombinat seit Beginn der Pandemie an Lösungsmöglichkeiten und Hygienekonzepten.

Die Festivalbranche versuche, sich der sich stetig verändernden Lage immer wieder neu anzupassen, um eine Durchführung der Veranstaltungen doch noch zu ermöglichen und ihr Fortbestehen bzw. das Bestehen ihrer gesamten Branche zu sichern. Doch bisher sei der Ausgang trotz aller Bemühungen und Anstrengungen noch immer ungewiss.

Optimale Möglichkeiten

Durch die Durchführung an der frischen Luft und die riesigen Areale, auf denen Festivals und Open Airs mitunter stattfinden, sind sie laut Festival Kombinat pandemietechnisch eigentlich die beste Möglichkeit, Konzert- und Kulturveranstaltungen langsam wieder stattfinden zu lassen. Denn laut Aussage des RKI fand von etwa 8.000 Neuansteckungen mit dem Coronavirus nur eine unter freiem Himmel statt.

Die Wertschöpfungsketten und verknüpften Arbeitsschritte, die die Kultur mit sich bringt, könnten daher – angesichts des diffusen Infektionsgeschehen und des langen Lockdowns – nur mithilfe von Open Air Veranstaltungen langsam wieder ins Rollen gebracht werden.

1000x Festivalkultur

"Neustart Kultur", das Hilfsprogramm der Bundesregierung, mit dem Kulturunternehmen gefördert werden sollen, zeigt derweil noch keine Wirkung für die Festivalbranche. Viele Antragstellende, darunter auch viele Festivalveranstalter/innen, fragen sich laut Festival Kombinat, ob, wie, und vor allem wann diese Fördermittel ausgezahlt werden.

Man fühle sich im Stich gelassen, heißt es weiter: das Engagement der Veranstalter solle von Bund und Ländern endlich richtig wahrgenommen werden, damit die benötigte Unterstützung nicht zu spät kommt. Um auf die Dringlichkeit der Lage hinzuweisen, haben sich Festivals und Verbände nun im Rahmen der Kampagne "1000x Festivalkultur ermöglichen" zusammengeschlossen.

Das Selbstverständnis der Kampagne: Festivals und Open Airs tragen maßgeblich zur deutschen Kulturlandschaft bei. An ihrem Fortbestehen hängt aber nicht nur ein gesellschaftlicher und kultureller Mehrwert, sondern auch Existenzen, ganze Lebensgrundlagen und die Möglichkeit, als Besucher für eine kurze Zeit dem Alltag zu entfliehen.

 

(Quelle:Festival Kombinat fordert Perspektive für kleine und mittelgroße Festivals - Backstage PRO)

 

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